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Woher stammt Nanno de Lensyn? (Auszug aus dem Lenzgarten Jg. 1914)
« am: Sonntag, der 05. Februar 2012 23:55:24 »
Und wieder ein Auszug aus der Familienzeitung "Der Lenzgarten" - Ausgabe 23-24 - Jahrgang 1914 - diesmal ein Artikel vom Herausgeber Ernst Lentz, Fabrikant aus Berlin

Woher stammt Nanno de Lensyn?

Wie Licht in eine Zeit werfen, die nur spärliche Aufzeichnungen für unsere Familienforschung erhellen?

Zu Parchin unterschreibt er 1229 eine Urkunde (*) Johanns, Fürsten von Mecklenburg, als Zeuge; mit ihm der "Dominus" Ditlevus de Gotebuz und Godofridus de Bulowe.

Deren Stammsitze kennen wir. Gadebusch liegt östlich von Ratzeburg und Bülow nicht weit davon südwestlich von Rhena. Etwas weiter nödlich liegt Proseken, westlich von Wismar, dessen Pfarrer 1336 als Gläubiger dreier lübischer Bürger, darunter Nicholaus de Lenzen genannt wird.

Da wir aus den Orten 71a, 74 und 143 unserer Ortsliste (**) wissen, dass noch in geschichtlicher Zeit lentzik für lentzin geschrieben wurde, so interessiert uns die lübische Familie Lentzeke, deren Mitglied Otto 1409 die drei Landgüter Luchow, Labentz und Helle verkauft.

Dieses habe ich noch nicht gefunden, Lüchau aber und Labenz liegen beisammen im Kreise Herzogtum Lauenburg bei dem Kichdorfe Sandesneben.

Hier hatte also die lübische Patrizierfamilie Großgrundbesitz und ich gehe wohl nicht zu weit, wenn ich annehme, dass die Steinburg bei Sandesneben ihr Rittersitz war, denn sie hieß früher die Nannenburg (Burg eines Nanno).

1345 bereits war die Nannenburg zerstört; Trümmer von ihr hatten sich bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts erhalten. die Aussicht von der Steinburg, die sich mit dem gleichhohen Rappenberg zwischen Sützow und Seesthacht in den Ruhm des höchsten Punktes in Lauenburg (86m) teilt, ist schön und weit umfassend.

Die Nannenburg, eine wichtige Warte der Grenze zwischen Lauenburg und Holstein, beherrschte das schon 1259 erwähnte Nannendorp. In Folge des Friedensbündnisses vom 19. Januar 1291 zu Dutzow mussten binnen drei Wochen zehn Burgen dem Erdboden gleich gemacht werden - "für ewige Zeiten" -, darunter die Burg Nannendorpe (***).

Die Familie zerstob. Teile traten in das Patriziat von Lübeck ein, Teile traten in Kriegsdienste, Lentzeke zu Vordorf, der am 15. Februar 1329 mit über 70 anderen Dithmarischen Machthabern angehalten werden soll, dem Bremer Erzbischof Burckhard Genugtuung zu geben (****), wird ein potior terre thetmarcie genannt.

Die Lentzeke von Vordorf sind unter der spärlichen Ritterschaft Dithmarschens sonst unbekannt.

Das Dorf Nannendorp finden wir 1344 im Besitz des Raubritters Marquard Wulf, der zum Geschlecht derer "von Strahl" zu rechnen ist.

Ernst Lentz 75 11 27.

      (*) Mecklenburg. Urkundenbuch Nr. 370, 508, 588, 633, 5702.
    (**) Lenzgarten Nr. 21/22
  (***) Mecklenburg. Jahrbücher, Band XIII (1848) S. 250 ff.
(****) Dahlmanns Neocorus, Chronik von Dithmarschen, Kiel 1827


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