Autor [EN] [PL] [ES] [PT] [IT] [DE] [FR] [NL] [TR] [SR] [AR] [RU] Thema: Der Lenzgarten Nr.9, Juli 1910, Auszug aus Sam. Lenzens Schriften u. Leben,S.7-9  (Gelesen 1590 mal)

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Auszug

Aus des Hof- und Regierungs- auch Witthums-Raths Samuel Lenzens Leben und Schriften
(Cöthen und Dessau 1758)

(Mitgeteilt von Herrn Geh. Reg.-Rat a. D. Gust. Lentze, Osnabrück)


Seite 12 § 6.



Unterdessen haben viele Herren Lenze den gedachten Faun ( §5) als ein Andenken des Altherthums ihres Geschlechts wieder in ihre Wappen aufgenommen, und obgleich das Burgrichteramt ihr Geschlecht nicht mehr gezieret, auch ihre Güter durch ihre zahlreiche Nachkommenschaft sehr sind geschwächt worden, so hat doch dieses sowenig den Ruhm ihres Hauses verdunkelt, daß es vielmehr demselben einen neuen Glanz gegeben hat. Denn diese ist eben der glückliche Zeitpunkt, seit welchem sie angefangen haben, sich so sehr durch die Gelehrsamkeit hervorzuthun,  daß dieses einzige Geschlecht mehr Gelehrte gegeben hat, als alle übrigen Familien dieses Namens aufzuweisen haben.

Dieses zu zeigen muß ich hier erinnern, daß folgende gelehrte Lenze nicht zu unseres  Herrn Hofrats Haus gehören:

I. Christoph Lenz, ehemaliger Kammergerichtsrath zu Speyer, hernach aber churfürstlich  sächsischer Appellationsrath. Diesem hat der berühmte Herr Dr. Jöcher in seinem gelehrten Wörterbuch Samuel Lenzens II., dessen in der zweiten Anmerkung Nr. I ist gedacht worden, die Abhandlung „ de jure patronem“  zugeschrieben.

II. Salomon Lenz, erst Hofprediger zu Halle, dann Superintendent zu Regensburg. Auch von diesem gibt das gelehrte Wörterbuch  Nachricht.

III. Laurentius Lenzi, ein Italiener. Von ihm stehen einige Briefe in dem fünften Bande der „Prose Fiorenteine“, welcher 1735 zu Venedig jetzt an das Licht getreten.

IV. Lentulus vom Lenz.
   
Herr Lukacius aus Halberstadt berichtete unserem Herrn Hofrath vor einigen Jahren, daß dieser um`s Jahr 1652 eine „ Descriptionem poeticam“ unseres Lenzischen Geschlechts herausgegeben habe. Er wundert sich bei dieser Gelegenheit über die ansehnliche Genealogie desselben und wünscht, daß mehr Familien, die einige Secula durch in Ehrenämtern gestanden, oder durch Schriften berühmt sind, dergleichen drucken lassen, um sovielmehr, da keine Leichpredigten mehr gemacht würden. Man erkenne daraus öfters die Povidenz Gottes, erfahre manchen Umstand in der Historia und re letteraria, und manchem adeligen Geschlechte ginge durchaus ein wahres Licht auf.

V. Friedrich Lenz.  Er hat eine Abhandlung von Austrägern geschrieben. ( Rath und Kanzler zu Rudolfstadt)

VI. Dr. Johann Heinrich Lenz, erst Prediger zu Fehrbellin, hiernach Inspektor und Prediger zu Osterburg.

VII. M. Joh. Bernh. Lenz, Rektor und Scholarch zu Oehringen. Er hat von der den 21. des Weihmonats 1725 eingefallenen Mondfinsterniß das Jahr darauf eine Streitschrift gehalten.

VIII. Chr. Dav. Lenz. Er  hat 1748 in Königsberg in 8° drucken lassen:

   1. Ueberschwengliche Erkenntnis der Herrlichkeit Jesu Christi,
   2. Abbildung eines wahren Christen nach dem Muster des alten Simons,
   3. Evangelische Buß- und Gnadenstimme in 13 erweckenden Bußpredigten, 1756

IX. Chr. Stephan Lenz.  Er hat 1750 eine Abhandlung von der schweren Sünde der Religionsspöttererey zu Halle in 8° herausgegeben.

X. Phil. Jac. Lenz aus Tübingen wurde daselbst 1752 Magister.

Vorstehender Auszug ist wörtlich entnommen aus:

Des Hof- und Regierungs- auch Witthums-Raths Samuel Lenzens Leben und Schriften, geschrieben zu Cöthen gegen die Herbstmesse 1757 von Dr. Christian Friedrich Hempel.“

Diese, 32 große Folio- Seiten umfassende, auch mit einem Inhaltsverzeichnis und einem Stammbaume versehene, hauptsächlich die bedeutende literarische Tätigkeit des Herrn Samuel Lenz behandelnde Schrift befindet sich hinter einem Hauptwerk desselben, welches folgenden Titel führt:
 
Samuelis Lenzii Beckmannus enucleatus, suppletus et continuatus,

oder

historisch – genealogische Fürstellung des hochfürstlichen Hauses Anhalt und der davon abstammenden Markgrafen zu Brandenburg, Herzoge zu Sachsen u. Sachsen-Lauenburg
( mit vielen Kupfern)

Cöthen und Dessau in der Cörnerischen Buchhandlung 1757,

( 993 Seiten  Groß–Folio)

„Beckmannus“ ist nach dem Jahre 1750 erschienenen „allgemeinen Gelehrten – Lexikon von Christoph Gottlieb Löcher“ der 1644 in Zerbst geborene und 1717 verstorbenen Johann Christoph Beckmann, der sich durch vielseitige literarische Tätigkeit ausgezeichnet und namentlich auch eine „Anhaltsche Historie“ geschrieben hat.
Vor dem Titelblatt des „ Beckmannus enucleatus“ befindet sich das, auch in der Chronik derer Lenz-Lentz- Lentze Seite 202 in sehr gelungenem Abdruck befindliche Bild des Verfassers mit der Unterschrift: „ Samuel Lenz“. Unter dem Bild stehen außerdem folgende Worte:

„Lentz, qu`est-ce-que ta vie?
C`es tun sejour sacré de la philosophie
Ton sublime savoir èclaire les histoires,
On l`admire dans tes doctes mémoires:
Et tous les grands effets sont d`un gout excellent,
Marqués au loin du Bean du Grand et de la prudence,
Mais qui rend ton portrait plus brilliant
Ce sont les Traits de la Providence.
J.M. Bernigeroth 30. Sept. 1737.  Saint Paul fec.”

Bezüglich dieser anerkennenden Beurteilung bemerkt Dr. Hempel in einer Anmerkung auf Seite 4 seiner Vorstellung:

„ sie sei am 12. Januar 1749 auf dem Tisch des Herrn Samuel Lenz gefunden, Verfasser sei einer seiner Freunde, entweder der Sekretär Saint Paul aus Berlin oder der Kandidat Ziegler aus Halle a.S.“

Der oben erwähnte, auch im  „ Ehrengedächtnis des sämtlichen Lenz´schen Geschlechts bzw. des am 1. Juli 1741 verstorbenen Johann Christian Lenzen`s, weil.  Erbherrn auf Biede, auch vornehmen Kauf- und Handelsherrn zu Stendal“ (verfaßt 1741 von der prüfenden Gesellschaft zu Halle, Seite 3), abgedruckte Stammbaum besteht aus zwei sich gegenüberstehenden  Abteilungen und enthält links des Reformator Dr. Martin Luther Familie von Luthers Vater Johann Luther ab, rechts das Lenz`sche Geschlecht mit Simon Lenz, Jobst Lenz, Samuel Lenz I, dem letzten Burgrichter in Dramburg, anfangend.
Beide Linien vereinigen sich durch Verheiratung der Catharina Grantzow aus der Familie Luthers mit Samuel Lenz II, lutherischen Prediger an der St. Peters-Kirche zu Stendal (+ 1670 ), deren Enkel Samuel Lenz V mit der Bezeichnung:

„Hochfürstlich Sachsen-Meiningen`scher u. Anhalt-Cöthen`scher Hof-, Regierungs- und Witthums-Rath, auch Erbherr auf Biede,“
geb. am 6. März 1686, gest. 14. Mai 1764 (Chronik Seite 213), war.


 
 
ANMERKUNG von mir :  das Wort weil. bedeutet weiland und heißt soviel wie einst einstmals
« Letzte Änderung: Dienstag, der 05. März 2013 11:05:39 von Hedda Ellen Lenz »